Update vom 04.05.- 21.05.2014
Zurück auf dem panamenischen Festland fuhren wir mit dem
Bus quer durchs Landesinnere Richtung Pazifik. Nachdem Stausee und dem
Passieren der zentralen Bergkette ging es jetzt weitgehend durch
Kulturlandschaft, vor allem Rinderweiden. Von David aus fuhren wir mit dem
nächsten Bus in ein ehemals kleines Bergdorf. Boquete wurde vor zehn Jahren in einer US amerikanischen Schöner
Wohnen Zeitschrift unter den Top10 Wohnsitzen für Rentner angepriesen. Seitdem
ist der Zustrom von Pensionären ungebremst und sowohl Boquete selbst als auch
die Siedlungen im Umland bestehen zum Großteil aus eingeschossigen Bungalows,
die mit schweren Dächern, Rundbögen, großen Zaunanlagen und behäbigen
Vorfahrten ein bisschen nach Villa aussehen wollen. Bevor wir unser nächstes
Ziel ansteuerten, haben wir allerdings die wiederum sehr schöne von
Kaffeeplantagen durchzogene Berglandschaft in der Umgebung zu Fuß erkundet. Eine
Wanderung auf den „Vulkan Baru“ , was
gleichzeitig der höchste Punkt Panamas ist, ersparten wir uns dann aber doch.
Leider sind hier in der Gegend vor kurzem 2 Mädchen aus den Niederlanden als
vermisst gemeldet wurden und bis jetzt fehlt von den beiden jede Spur. Die
Felder werden hier von einer der ethnischen Minderheiten Panamas bestellt,
leicht zu erkennen an den weiten bunten Kleidern. Dieser Trachtenstyle betrifft
allerdings nur die Minderheiten, da auch hier die heutigen Trends gelebt und
getragen werden wollen. Wie überall in Mittelamerika ist das Essen der Wahl
Pollo frito (frittiertes Huhn). Wenn es nicht gleich Pommes dazu gibt, dann wenigstens
Patacones, frittierte Kochbananen, die mindestens ebenso viel Öl aufnehmen
können. In der Regel ist noch ein bisschen Alibi-Möhren-Weißkohl Kombination
auf dem Teller und damit hat sich die Vitaminaufnahme der Einheimischen dann
erschöpft. Für gewöhnlich tranken wir eine Art Zuckerrohrsaft mit dazu.
Eine eher unangenehme Erfahrung mussten wir auf dem Weg
zur Bank machen. Nach unzähligen vergeblichen Versuchen des Bargeldabhebens an verschiedenen
seriösen Bankautomaten, blieb uns nur noch ein Anruf bei der Bank. Diese teilte
uns schockierenderweise mit, dass mit Christina´s Kreditkarte fernab von
unserer ReiseRoute 5 mal ein falscher PIN probiert wurde. Daraufhin wurde
sofort von der Bank die Karte gesperrt. Somit steht klar, dass eine Kopie der
K.-Karte angefertigt und zum Missbrauch verwendet wurde. Nachdem in Guatemala
schon Marco´s Visa Karte gesperrt wurde, gehen uns langsam die Kreditkarten
aus. Man hat hier in Zentralamerika doch mit einigen Verlusten zu rechnen.


Weiter sollte es zunächst nach „El Valle“ gehen. Von
David aus bestiegen wir den erst besten Kleinbus in diese Richtung mit ca. 6 std.-iger
Fahrzeit. Auf halben Weg wurde dann jeder gebeten sein Ticket zu bezahlen und
so kam heraus, dass jeder bis Panama City zu bezahlen hat. Der Ärger war
natürlich bei allen groß und so gab es einige heftige Wortgefechte zwischen den
Fahrgästen und
Busfahrer sowie dem Assistent.
Auch wir mussten natürlich den vollen Preis bezahlen und so änderten wir doch
gleich aus Protest
unser Reiseziel und fuhren
am Abend von Panama City weiter Richtung Isla Grande. Hierzu mussten wir auf
halben Weg nach Colon den Bus verlassen, um in einen viel kleinen Chickenbus
umzusteigen. Hier bekamen wir zum ersten mal zu spüren, das ein Bus erst dann voll
ist, wenn jeder mit einer halben Pobacke sitzt bzw. hockt.
1 Stunde in gebückter Haltung mit Stehplatz,
neben einen gefühlten 2000W lauten Lautsprecher- & Bassanlage und 35° C
werden uns diese Fahrt nicht so schnell
vergessen lassen. Da es mittlerweile schon halb10 war und wir wirklich K.O.
waren, entschlossen wir uns 1.Nacht in Portobelo zu verbringen. Hier blieb uns
dann auch nix anderes übrig, als das erste Mal auf dieser Reise mit einer
Übernachtung im Dorm Vorlieb zu nehmen. Captain Jack aus den Staaten zauberte uns
noch ein leckeres Abendmahl und so stand dann einer guten Nacht nix mehr im Weg.
Am nächsten Morgen ging es auch schnell
weiter und erreichten nach einer weiteren Stunde den Hafen in
„Isla Grande“.
Nach 5 Minuten mit dem Boot vom Festland aus, erwartete
uns ein ganz kleines verschlafenes Stückchen Erde. Die Zimmersuche gestalte
sich hier recht einfach da zu diesem Zeitpunkt lediglich 3 Hotels offen hatten.
Uns fiel sofort das gemütliche Flair auf und nach Touristen suchten wir hier vergebens.
Wir blieben 2 Nächte, machten eine Wanderung quer über die Insel, verbrachten
die Zeit mit Schnorcheln und Kokosnuss knacken und genossen wie immer die Zeit.
Es gibt hier keinen Straßenverkehr, das einzige Transportmittel ist zu Fuß oder
mit dem Fahrrad. Viele kleine Yachten legen hier Anker und verweilen hier in
diesem türkisfarbenen traumhaften Atoll. Die Fischer fuhren täglich mit ihren
kl. Booten aufs Meer und diverse Fischarten stehen damit natürlich auf dem
Menüplan ganz oben.


Zurück nach Panama City sollte es über Colon gehen. Colon
ist für Touristen eher uninteressant aber aufgrund des Panama Kanals definitiv
einen Besuch wert. Wir schauten nach einen Platz um unser Gepäck für ein paar
Stunden zu deponieren. Etwas Misstrauen war schon dabei, da Colon selbst nicht
den besten Ruf in Panama hat. So besuchten wir den „Gatun Lock“ auf der
Atlantik Seite und konnten uns einmal das Architektonische Meisterwerk live vor
Ort anschauen. Der „Gatun Lock“ ist aber bei weitem nicht so stark besucht wie
der „Miraflores Lock“ in der Nähe Panama City´s und so konnten wir ganz ohne
Gedrängel bei der Beförderung von 4 Schiffen zuschauen und unserem Fotorausch
vor Begeisterung freien Lauf lassen. Riesige Containerschiffe werden Millimeter
für Millimeter in diese engen Schleusen mit beidseitigen Zügen
hineinpositioniert.
Wir beobachteten das
Spektakel ein paar Stunden und es war ein absolutes Highlight dabei gewesen zu
sein. Zurück nach Colon konnten wir zum Glück unser Gepäck wieder entgegen
nehmen und fuhren direkt weiter nach Panama City. Nachdem wir die Hauptstädte
der letzten Länder aus Sicherheitsgründen und aus Mangel an Attraktionen nur
auf der Durchreise durchquert haben, wollten wir in Panama City einige Tage
verbringen.
Wir verbrachten die Zeit mit
Spaziergängen in der Altstadt Casco Viejo, planten unsere nächsten Etappen in
Kolumbien, tauschen genügend Dollar in Peso und schauten uns auch das moderne
und aufstrebende aber auch das
heruntergekommene Panama City an. Die Stadt hat von allem etwas zu bieten,
schöne Strandpromenade, Wolkenkratzer, romanische Altstadt, Hafen und viele
Einkaufsmöglichkeiten. Also eine schöne und sehenswerte Stadt mit überwiegend
freundlicher und multikultureller Prägung.

Nach knapp 2-wöchigem Aufenthalt in Panama, planten wir
die Überquerung nach Kolumbien mit einer Überlandfahrt.
Nach umfangreichen Recherchen stellte sich
jedoch heraus, dass sich Straßen und Wege im Nichts des dichtbewachsenen
Dschungels in der Darien-Provinz verlaufen. Somit blieben uns nur wenige
Optionen die Weiterreise zu gestalten. Dabei mussten wir uns zwischen einer 550
$ p. Pers. teuren Bootsfahrt über das hoch beliebte San Blas-Archipel
entscheiden oder für einen relativ preiswerten Flug von Panamacity ins
abgelegene idyllische
Örtchen Puerto
Obladia für nur 125 $ p. Pers. Übrigens ist die teurere Variante bei
Backpackern weitaus mehr gefragt.
So
entschieden wir uns f. den Flug mit der kleinen Propellermaschine und genossen
die Aussicht. Die Immigration verlief problemlos und scherzhaft mit dem
gutgelaunten Officer. Mit einem kl. Boot wurden wir zu unserem Wunschort nach
Capurgana befördert und hatten unseren Spaß mit dem Wellengang. Im Reiseführer
ist dieser Ort übrigens unter der Kategorie „Off the Beaten Track“ zu finden,
was so viel heißt wie“ auf abgelegenem Pfade“. Nun sind wir also in Kolumbien
in Südamerika angekommen, unser letzter Kontinent auf dieser Reise. Wir
verbrachten in Capurgana 3 Nächte, genossen die chillige Atmosphäre, besuchten
einen Naturpool im Dschungel und unternahmen
eine Wanderung nach La Miel auf der Seite Panama´s . Für diesen Spaziergang wurden
im Dschungeloffice und Grenze unsere Daten kurz notiert und
somit ist es hier sehr unkompliziert zw. den
kleinen Küstenorten auf Panamas und Kolumbiens Seite hin- & herzupendeln.

Beim Spaziergang nach Kolumbien zurück, sammelten wir uns
einige Mango´s ein und wurden sofort von der Besitzerin(aus Bogota/Kolumbien)
angesprochen ob wir einen Beutel haben möchten. Sowas müsste uns mal in
Deutschland passieren….! So kam es dazu, dass wir von der netten Kolumbianerin
in ihr Haus zum Kaffee eingeladen wurden. Obwohl unsere Spanischkenntnisse nur
auf die für uns nötigsten Grundlagen begrenzt ist, haben uns 2 Stunden über
Gott und die Welt unterhalten und es ist dann manchmal wie ein kleines Rätsel.
Man kann nur erahnen um was es gerade geht und passt sich mit einer paar
eindrucksvollen Minen und einem Ahhh, Ohhh, Aha an.
Manchmal sind wir selber von uns überrascht.


Weiter ging es für uns zunächst über 2h mit den Boot nach
Turbo, von da aus mit dem Bus über 5h nach Monteria und dann nochmals
4h nach Cartagena. Ein langer Tag neigte sich
dann gegen halb10 mit der Ankunft in Cartagena dem Ende zu. Für gewöhnlich
versuchen wir eine Ankunft bei Dunkelheit ohne Hotelreservierung zu vermeiden
aber auf Grund fehlenden Internetzugangs der letzten Tage mussten wir noch mit
Sack und Pack bei Dunkelheit durch die Altstadt um was passendes zu finden.

Cartagena ist mit 1,1 Millionen Einwohner eines der
größten Städte Kolumbiens und ist die Nummer 1 unter den Reisezielen. Für uns
war aber lediglich die koloniale Altstadt interessant, da man sich sowieso als
Tourist nicht woanders aufzuhalten hat. So schön die Altstadt auch ist, hat sie
aber auch ihre Schattenseiten. Für uns ganz besonders negativ war, das einem
ständig versucht wird irgendwelches Zeug zum Rauchen anzudrehen. Auch die
Antwort können wir schon auf Spanisch sagen.“No Fumamos Amigo“!!!

Aufgefallen ist uns hier auch die große Anzahl an
Fußballverrückten. Ein Dress der Nationalmannschaft zu haben, gehört hier
einfach zum guten Ton. Ich ließ mich natürlich nicht lumpen und besorgte mir
ein entsprechendes Dress. Auch ganz besonders für dieses Land ist die große
Auswahl an Früchten. Wir haben schon einige Zeit an Saftständen verbracht um
diverse unbekannte Früchte auszuprobieren.
Tatsächlich verfügt Kolumbien über erstaunlich viele Früchte, die es nur
dort gibt, und die sich allesamt bestens mit Wasser und Eis zu Vitamindrinks
mixen lassen. Dazu zählen zum Beispiel Guanabana, Curuba, Zapote, Mamoncillo,
Granadilla, Tomate de Arbol (Baumtomate) und unser Favorit: Lulo, eine
Stacheltomate, vom Geschmack eher wie eine Mischung aus Orange und Kiwi.


Was wir etwas unterschätzt haben sind die großen
Distanzen in diesem Land. So fuhren wir nach Santa Marta weiter was auch wieder
5h in Anspruch nahm. Zu Santa Marta bleibt nix weiter zu sagen außer das hier
im Norden Kolumbiens das Wayuu Volk heimisch ist. Eine Art Indigenas mit
eigener Sprache versucht sich hier mit handgemachten Handtaschen welche auch in
Deutschland relativ bekannt sind. Per Nachtbus gingen es weiter nach San
Gil.700km/14h sind hierfür zu überwinden. Von hier sind es noch einmal 8h
Busfahrt bis Bogota. Diese Zahlen sollen nur einmal übermitteln wie groß das
Land eigentlich ist.

Das soll es erstmal gewesen sein und melden uns natürlich
bald wieder.