Update vom 22.05. – 01.06.2014

Nächstes Ziel ist San Gil. Um der Karibischen Hitze zu
entfliehen beschlossen wir in das 700km entfernte San Gil zu reisen. Per
Nachtbus ging zuerst nach Buscaramanga und schließlich weiter nach San Gil. Auf
dem letzten Teilstück nach San Gil konnten wir uns den ersten Eindruck
verschaffen, was für eine faszinierende Landschaft in der kommenden Zeit auf
uns warten würde.
Lediglich 80km sind es
zwischen
Buscaramanga und San Gil doch
diese nehmen ganze 4h in Anspruch. Vorbei
an Kakteen und Agaven gesäumten Bergketten , hinauf auf 3000m ging es
wieder hinab ins Tal und das über 4 Stunden.

Mit San Gil verbindet man viel Outdoor Sport. Neben
Rafting und Paragliding kommen hier Adrenalin Junkies voll auf Ihre Kosten. Für
San Gil stehen auch
frittierte Ameisen,
welche als Delikatesse gelten.
Wir ließen sämtliche sportliche Aktivitäten aus und
probierten uns dafür an genannter Spezialität.

Man kann sich das in etwa wie gesalzenes Popcorn
vorstellen. Es wird jetzt nicht unsere Lieblingsspeise werden, aber probieren
sollte man natürlich trotzdem die lokale Küche.

Besonders war der Ausflug ins nahe gelegene Barichara und
die Wanderung über einen alten Handelsweg durch die Berge nach Guane . Außerdem
unternahmen wir noch einen Tagestrip zu einem Wasserfall eh es weiter ging
Richtung Süden. Um den weiten Weg nach Bogota zu unterbrechen, haben wir noch
einen Stopp in Villa de Leyva eingelegt, ein Nationaldenkmal und
Gesamtkunstwerk, in dem keine modernen Gebäude existieren und in dem an den
Wochenenden scharenweise die Bogotaner einfallen. Wir hatten uns gerade
gefreut, der Hitze der Küste entkommen zu sein, da ging es schon ans Frieren,
als wir Bogota auf 2600m erreichten.




Für die über 500km wählten wir wieder einen Nachtbus und
so erreichten wir gut gelaunt gegen 9Uhr morgens unser Ziel. Empfangen wurden
wir gleich von einer netten Einheimischen, welche mit uns ihr Geschäft voran
treiben wollte. Durchaus hatte sie ein paar richtig gute Angebote was die
Unterkünfte anbelangt und so beschlossen wir auch über sie einen Tagestrip zu
den umliegenden Steinskulpturen zu unternehmen.
Haben wir in Kolumbien bisher einen schöneren Landstrich nach dem
anderen durchquert, gehört San Augustin mit Sicherheit zu den noch schöneren.
Eine Kombination von kleinen Dörfern, grünen Hügeln, steilen Schluchten und
hunderte Meter hohen Wasserfällen, sowie die besonders liebenswerten Bewohner,
die uns auf unserer Wanderung Orangen schenkten und mit Geduld erklärten, wie
sie aus Zuckerrohr in ihren kleinen Holzhütten Rohzucker herstellen, machen
diesen kulturellen Ausflug zu einem ganz besonders eindrucksvollen Erlebnis.
Als nächstes Ziel stand einer der größten indigenen
Märkte Südamerikas in Otavalo/Equador auf dem Programm. Zunächst ging es durch
malerisches Vorandengebirge nach Popayan und direkt weiter nach Pasto. Für
diesen Trip brauchten wir lächerliche 12 Stunden.


Überhaupt haben wir in Kolumbien die freundlichsten und
hilfsbereitesten Menschen seit Mexiko getroffen und ein unglaublich
vielseitiges und schönes Land, mit noch relativ wenig Tourismus kennengelernt,
dass wir als Reiseziel nur wärmstens empfehlen können. So fiel es uns fast ein
wenig schwer, Kolumbien zu verlassen und
nach drei Wochen wieder einmal zu neuen Ufern aufzubrechen. Andererseits
freuen wir uns aber auch sehr darauf in Ecuador tiefer in die Andenwelt und in
die indigene Kultur einzutauchen. Dieses Land ist auch wegen seiner Traditionen
extrem interessant und unterscheidet sich komplett von unserem Lebensstil. Es
macht schon Freude, einmal dem ganzen Treiben der Menschen im Alltag und auf
Märkten zuzuschauen. Schöne Trachten gehören hier zur alltäglichen Bekleidung
wie etwa ein blütenbesticktes rüschiges Oberteil, dazu ein Umhang wird getragen
in Kombination mit einem langen Rock. Oft dekorieren sich die Frauen mit
goldenen Halsketten und die Kleinkinder werden auf dem Rücken eingewickelt. Lange
Traditionen entscheiden noch immer über die Aufgaben von Mann und Frau. Viele
Menschen leben eher einfach oder ärmlich. Aber auf jeden Fall sind Sie
Überlebenskünstler, denn so entstehen die interessantesten Arten von
Beschäftigung wie Schuhputzer, Toilettenpapierverkäufer, Eiermann, singende
Blinde in Bus und Bahn. In unserem Deutschland würde man es für einen
Aprilscherz halten, diese Tätigkeit als einen richtigen Job dem Arbeitsamt zu
melden. Andererseits sind wir von der Flexibilität und dem Einfallsreichtum
begeistert und jeder Mensch darf machen, was er für richtig hält und kann somit
sein Geld verdienen. Schließlich werden andere Völker nicht finanziell derart
unterstützt von der Regierung wie wir und jeder möchte überleben und muss
Familie und Unterhalt zahlen. So schätzen wir mittlerweile auch all diese
kleinen Jobs. Definitiv fühlt man sich wie in ein anderes Zeitalter
zurückversetzt und wir sind sehr beeindruckt von diesem wunderschönen, vielseitigen
und urigen Land mit seinen netten Menschen.


Eines seih aber trotz dessen gesagt.
Wo wir bisher auf der ganzen Welt(Zentralasien
und China ausgenommen)mit unserem Englisch ganz gut voran kamen, sind hier
Spanischgrundkenntnisse unerlässlich wenn man das Land auf eigene Faust
erkunden möchte. Unsere Kenntnisse begrenzen sich wirklich nur auf ein Minimum,
aber das Wissen was wir haben macht das Reisen für uns um einiges leichter.
Wir freuen uns, dass es Euch so gut geht und sind immer bei Euch. Viel Spaß weiterhin und bis bald.
AntwortenLöschenHallo ihr beiden,
AntwortenLöschendas es Euch gut geht kann man wieder auf diesen wunderschönen Bildern erkennen. Recht viel Spaß weiterhin.
PS: nach der Beschreibung des Kleiderstils hat mich aber sehr gewundert das sich Christina nicht in einem solchen Gewand gewagt hat und durch Ihr schönes lächeln dieses präsentierte.
Bis bald
Petra und Peter